RBI zwischen neuen Vorwürfen, Milliardenurteil und EU-Sanktionen | RBI паміж новымі абвінавачаннямі, шматмільярдным рашэннем суда і санкцыямі ЕС

Innerhalb weniger Tage geriet Raiffeisen Bank International (RBI) gleich mehrfach in die Schlagzeilen: Ein Bericht von Grizzly Research erhebt neue Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Russlandgeschäft der Bank. Kurz darauf sprach ein Wiener Gericht RBI rund 3,15 Milliarden Euro Schadenersatz gegen die sanktionierte Rasperia Trading zu. Gleichzeitig rückt eine bereits 2025 beim Europäischen Parlament eingereichte Petition zur Rolle von Raiffeisen in Belarus erneut in den Fokus.


Am 17. September 2026 veröffentlichte der US-Leerverkäufer Grizzly Research eine umfangreiche Untersuchung zu Raiffeisen Bank International und deren Russlandgeschäft 17.09.26 - Raiffeisen Bank International-Linked Customs Records Show $1.19 Billion in Trade Matching Sanctions and Export-Control Restrictions While €12.6 Billion Remains Trapped in Russia – Grizzly Research LLC


Grizzly Research gibt an, russische Zolldaten ausgewertet zu haben, die Handelsgeschäfte im Umfang von rund 1,19 Milliarden US-Dollar mit Waren zeigen sollen, die zum jeweiligen Zeitpunkt EU-, US-amerikanischen, britischen oder Schweizer Sanktions- bzw. Exportkontrollbeschränkungen unterlagen. Darunter befanden sich laut Grizzly Research Waren im Wert von rund 106,75 Millionen US-Dollar, die auf der sogenannten Common High Priority List (CHPL) stehen.

Grizzly Research weist allerdings selbst darauf hin, dass die ausgewerteten Zolldaten für sich genommen weder Zahlungen oder Finanzierungen durch die Bank noch konkrete Sanktionsverstöße belegen.


RBI weist die Vorwürfe kategorisch zurück. Die Bank bezeichnet zentrale Annahmen und Schlussfolgerungen des Berichts als falsch beziehungsweise irreführend und prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen die Autoren. 17.09.26 RBI weist Anschuldigungen in einem Leerverkäuferbericht entschieden zurück- rbiinternational.com


3,15 Milliarden Euro: Wiener Gericht entscheidet zugunsten von RBI

Nur fünf Tage später, am 22. September 2026, erließ das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien auf Antrag von RBI und ihrer russischen Tochter AO Raiffeisenbank ein Versäumnisurteil gegen die EU-sanktionierte Rasperia Trading Limited. Das Gericht sprach den Klägerinnen Schadenersatz in Höhe von rund 3,15 Milliarden Euro zu. Raiffeisen Bank International

RBI möchte den Anspruch insbesondere aus den in Österreich aufgrund der EU-Sanktionen eingefrorenen Vermögenswerten von Rasperia vollstrecken. Dazu gehören 28,5 Millionen STRABAG-Aktien, Dividenden seit dem Geschäftsjahr 2021 sowie eine Barausschüttung aus der Kapitalherabsetzung von STRABAG im März 2024. Raiffeisen Bank International

Das Urteil bedeutet jedoch nicht, dass RBI bereits 3,15 Milliarden Euro erhalten hat. Rasperia kann innerhalb von vier Wochen Rechtsmittel einlegen. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, will RBI bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) die Freigabe der eingefrorenen Vermögenswerte beantragen. 22.09.26: RBI erwirkt Versäumungsurteil gegen Rasperia in Österreich - rbinternational.com


Ein ungewöhnliches Zusammentreffen

Damit treffen zwei Entwicklungen unmittelbar aufeinander: Während das Russlandgeschäft von RBI durch die neuen Vorwürfe erneut Gegenstand öffentlicher Diskussionen ist, versucht die Bank gleichzeitig, in Russland entstandene Verluste durch den Zugriff auf Vermögenswerte zu kompensieren, die in Österreich aufgrund des europäischen Sanktionsregimes eingefroren sind.

Ob RBI tatsächlich auf diese Vermögenswerte zugreifen kann, hängt nun unter anderem von der Rechtskraft des Urteils und einer Freigabe durch die FMA ab. RBI erklärt, bei diesem Vorgehen im Einklang mit dem europäischen Sanktionsrecht zu handeln.


Belarus: Petition im Europäischen Parlament bleibt offen

Die aktuellen Entwicklungen rücken zugleich eine bereits 2025 beim Europäischen Parlament eingereichte Petition Nr. 1003/2025 von Valery Tsepkalo im Namen des Belarus Democratic Forum erneut in den Blick. Die Petition betrifft mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen unter Beteiligung der Raiffeisen Bank in Belarus und fordert unter anderem eine Prüfung der Rolle von RBI sowie möglicher institutioneller Reaktionen der EU.


Die Petition wurde im März 2026 im Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments behandelt. Das Verfahren ist weiterhin relevant, während eine schriftliche Stellungnahme der Europäischen Kommission erwartet wird. 16.6.2026 NOTICE TO MEMBERS Subject: Petition No 1003/2025 by Valery Tsepkalo (Belarusian), on behalf of “Belarus Democratic Forum”, on alleged human rights violations involving Raiffeisen Bank in Belarus.


Nach der Veröffentlichung des Grizzly-Berichts wandte sich das Belarus Democratic Forum erneut an europäische Institutionen:

- 17.09.26 Valery Tsepkalo on X: "Grizzly Research alleges that $1.19 BILLION in sanctions- and export-control-related trade passed through Raiffeisen Bank International’s Russian subsidiary and raises serious questions about its exit from Belarus. Allegations of this scale require a thorough and independent https://t.co/AtJ4SbGLIR" / X

- 18.09.26 https://t.me/belarusforumorg/334 


Fast zeitgleich: RBI erweitert Krypto-Partnerschaft mit Bitpanda

Am 23. September 2026 kündigten RBI und Bitpanda zudem die Ausweitung ihrer strategischen Partnerschaft im Bereich digitaler Vermögenswerte an. Geplant ist ein gruppenweiter Rahmen für Digital-Asset-Services in den Märkten der RBI in Zentral- und Osteuropa: 23-09-26 - Bitpanda and Raiffeisen Bank International expand strategic digital asset partnership - bitpanda.com 


Auch dieser Schritt fällt in eine regulatorisch bemerkenswerte Phase: Mit dem 21. Sanktionspaket gegen Russland hat die EU im Juli 2026 ihre Maßnahmen im Finanz- und Kryptobereich weiter verschärft. Dazu gehören Beschränkungen gegen Krypto-Dienstleister und Plattformen in Drittstaaten, die Sanktionsumgehungen ermöglichen (23.07.26 - EU adopts 21st package of sanctions against Russia - finance.ec.europa.eu/news).


Das ist kein Hinweis darauf, dass die Kooperation zwischen RBI und Bitpanda der Sanktionsumgehung dient. Die zeitliche Konstellation zeigt jedoch, wie stark sich die Themen Banken, digitale Vermögenswerte und Sanktionsregulierung inzwischen überschneiden.


#Austria #RBI #Belarus #Priorbank #Russia #Sanctions


 Die ausführliche Chronologie zu Raiffeisen Bank International, Belarus und Russland seit 2021 finden Sie in unserem Hintergrundbeitrag:
Raiffeisen Bank International AG (RBI) – Chronologie - (belarus-diaspora.at)


 Райффайзенбанк паміж новымі абвінавачаннямі, шматмільярдным рашэннем суда і санкцыямі ЕС


Усяго за некалькі дзён Raiffeisen Bank International (RBI) некалькі разоў апынуўся ў цэнтры ўвагі: у раследаванні Grizzly Research былі агучаныя новыя абвінавачанні ў сувязі з расійскім бізнесам банка. Неўзабаве пасля гэтага венскі суд прысудзіў RBI каля 3,15 млрд еўра кампенсацыі ад кампаніі Rasperia Trading, якая знаходзіцца пад санкцыямі. Адначасова зноў прыцягвае ўвагу пададзеная яшчэ ў 2025 годзе ў Еўрапейскі парламент петыцыя адносна ролі Raiffeisen у Беларусі.


17 верасня 2026 года амерыканскі шорт-селер Grizzly Research апублікаваў маштабнае расследаванне, прысвечанае Raiffeisen Bank International і яго бізнесу ў Расіі. 17.09.26 - Raiffeisen Bank International-Linked Customs Records Show $1.19 Billion in Trade Matching Sanctions and Export-Control Restrictions While €12.6 Billion Remains Trapped in Russia – Grizzly Research LLC


Grizzly Research сцвярджае, што прааналізаваў расійскія мытныя даныя, якія, паводле даследавання, сведчаць пра гандлёвыя аперацыі на суму каля 1,19 млрд долараў ЗША з таварамі, што на адпаведны момант падпадалі пад санкцыйныя абмежаванні або меры экспартнага кантролю ЕС, ЗША, Вялікабрытаніі ці Швейцарыі. Паводле Grizzly Research, сярод іх былі тавары на суму каля 106,75 млн долараў ЗША, уключаныя ў так званы Common High Priority List (CHPL).

Пры гэтым Grizzly Research сам адзначае, што прааналізаваныя мытныя даныя самі па сабе не даказваюць ні ажыццяўлення плацяжоў або фінансавання з боку банка, ні канкрэтных парушэнняў санкцый.

RBI катэгарычна адхіляе абвінавачанні. Банк называе асноўныя дапушчэнні і высновы справаздачы памылковымі або такімі, што ўводзяць у зман, і, паводле ўласнай заявы, разглядае магчымасць юрыдычных дзеянняў супраць аўтараў. 17.09.26 RBI weist Anschuldigungen in einem Leerverkäuferbericht entschieden zurück- rbiinternational.com


3,15 млрд еўра: венскі суд вынес рашэнне на карысць RBI

Усяго праз пяць дзён, 22 верасня 2026 года, Зямельны суд Вены па грамадзянскіх справах па заяве RBI і яго расійскай даччынай кампаніі AO Raiffeisenbank вынес завочнае рашэнне супраць Rasperia Trading Limited, якая знаходзіцца пад санкцыямі ЕС. Суд прысудзіў пазоўнікам кампенсацыю ў памеры каля 3,15 млрд еўра.


RBI мае намер дамагчыся выканання прысуджанага патрабавання, у прыватнасці за кошт актываў Rasperia, замарожаных у Аўстрыі ў выніку санкцый ЕС. Да іх адносяцца 28,5 млн акцый STRABAG, дывідэнды пачынаючы з 2021 фінансавага года, а таксама грашовая выплата ў сувязі са скарачэннем капіталу STRABAG у сакавіку 2024 года.


Аднак рашэнне суда яшчэ не азначае, што RBI ужо атрымаў 3,15 млрд еўра. Rasperia можа абскардзіць завочнае рашэнне на працягу чатырох тыдняў. Калі рашэнне набудзе законную сілу, RBI мае намер звярнуцца ў аўстрыйскае Упраўленне па наглядзе за фінансавымі рынкамі (FMA) па дазвол на разблакіроўку замарожаных актываў. 22.09.26: RBI erwirkt Versäumungsurteil gegen Rasperia in Österreich - rbinternational.com


Незвычайнае супадзенне абставінаў

Такім чынам, дзве падзеі адбываюцца практычна адначасова: у той час як расійскі бізнес RBI праз новыя абвінавачанні зноў становіцца прадметам грамадскага абмеркавання, банк адначасова спрабуе кампенсаваць страты, панесеныя ў Расіі, за кошт доступу да актываў, замарожаных у Аўстрыі ў рамках еўрапейскага санкцыйнага рэжыму.


Ці зможа RBI фактычна атрымаць доступ да гэтых актываў, цяпер залежыць, сярод іншага, ад уступлення судовага рашэння ў законную сілу і дазволу FMA. RBI заяўляе, што дзейнічае ў адпаведнасці з еўрапейскім санкцыйным заканадаўствам.


Беларусь: петыцыя ў Еўрапейскім парламенце застаецца адкрытай

Актуальныя падзеі адначасова зноў прыцягваюць увагу да пададзенай яшчэ ў 2025 годзе ў Еўрапейскі парламент петыцыі № 1003/2025 Petition Nr. 1003/2025 Валерыя Цапкалы ад імя Belarus Democratic Forum.


Петыцыя датычыцца меркаваных парушэнняў правоў чалавека з удзелам Raiffeisen Bank у Беларусі і патрабуе, сярод іншага, праверкі ролі RBI, а таксама магчымых інстытуцыйных мер з боку ЕС.


Петыцыя разглядалася ў Камітэце па петыцыях Еўрапейскага парламента ў сакавіку 2026 года. Працэдура застаецца адкрытай, пакуль чакаецца пісьмовы адказ Еўрапейскай камісіі.

 16.6.2026 NOTICE TO MEMBERS Subject: Petition No 1003/2025 by Valery Tsepkalo (Belarusian), on behalf of “Belarus Democratic Forum”, on alleged human rights violations involving Raiffeisen Bank in Belarus.


Пасля публікацыі расследавання Grizzly Research Belarus Democratic Forum зноў звярнуўся да еўрапейскіх інстытуцый: 

- 17.09.26 Valery Tsepkalo on X: "Grizzly Research alleges that $1.19 BILLION in sanctions- and export-control-related trade passed through Raiffeisen Bank International’s Russian subsidiary and raises serious questions about its exit from Belarus. Allegations of this scale require a thorough and independent https://t.co/AtJ4SbGLIR" / X

- 18.09.26 https://t.me/belarusforumorg/334 


Амаль адначасова: RBI пашырае крыптапартнёрства з Bitpanda

23 верасня 2026 года RBI і Bitpanda таксама абвясцілі аб пашырэнні свайго стратэгічнага партнёрства ў сферы лічбавых актываў. Плануецца стварыць агульную для групы аснову для сэрвісаў, звязаных з лічбавымі актывамі, на рынках RBI ў Цэнтральнай і Усходняй Еўропе: 23-09-26 - Bitpanda and Raiffeisen Bank International expand strategic digital asset partnership - bitpanda.com 


Гэты крок таксама адбываецца ў характэрны з пункту гледжання рэгулявання перыяд: у ліпені 2026 года ў рамках 21-га пакета санкцый супраць Расіі ЕС дадаткова ўзмацніў меры ў фінансавай і крыптасферы. Сярод іх — абмежаванні ў дачыненні да пастаўшчыкоў крыптапаслуг і платформаў у трэціх краінах, якія спрыяюць абыходу санкцый (23.07.26 - EU adopts 21st package of sanctions against Russia - finance.ec.europa.eu/news).


Гэта не сведчыць пра тое, што супрацоўніцтва паміж RBI і Bitpanda накіравана на абыход санкцый. Аднак супадзенне ў часе паказвае, наколькі цесна сёння перасякаюцца тэмы банкаўскай дзейнасці, лічбавых актываў і санкцыйнага рэгулявання.


#Austria #RBI #Belarus #Priorbank #Russia #Sanctions





 Падрабязную храналогію падзей, звязаных з Raiffeisen Bank International, Беларуссю і Расіяй, пачынаючы з 2021 года,

можна знайсці ў нашым аглядным матэрыяле:
Raiffeisen Bank International AG (RBI) – Храналогія - (belarus-diaspora.at)